BAUVORHABEN

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DAS MANATIHAUS

Der Amazonas in Franken: Das Manatihaus im Tiergarten Nürnberg


 Eröffnung: 2011
 Investitionen: 2.600.000 €

Tropische Regenwälder sind Zentren der Artenvielfalt. Über ein Drittel aller bekannten Pflanzenarten findet man in tropischen Regenwäldern. Auch in Bezug auf die Tierwelt sind Regenwälder die mit Abstand artenreichsten Ökosysteme. Allein im Amazonas vermutet man einige Millionen Tierarten, von denen die meisten wissenschaftlich bislang kaum bekannt sind.

Artenvielfalt soll auch das neue Manatihaus im Tiergarten Nürnberg prägen. Vor allem die Flora und die Fauna Südamerikas werden hier präsentiert. Als erstes „echtes“ Tropenhaus des Tiergartens soll im Manatihaus vor allem das Wappentier des Vereins, das Manati, ein neues Zuhause finden. Mit ca. 700 m3 Wasser stehen den Seekühen Mara, Herbert, Luna und Zorro im Vergleich zur alten Anlage das Zehnfache an Wasservolumen zur Verfügung. Besucher können die Tiere sowohl von oben als auch durch eine großzügige Unterwasserscheibe (zwei Scheiben mit jeweils 5,5 m x 2,7 m) unter Wasser bewundern. Auch weitere Tierarten wie z.B. Weißgesichtssakis, Blütenfledermäuse, Pfeilfgiftfrösche, Terekeyschildkröten und Schmetterlinge sollen dem Besucher den Eindruck eines überschwemmten Amazonasgebiets verschaffen.

Eine Besonderheit des Manatihauses sind die Blattschneiderameisen. In Paneelen untergebracht kann man die Tiere durch eine Acrylscheibe bewundern und zuschauen wie sie ihren Pilz pflegen oder Blätterstücke transportieren. Form und Größe der Pilz- und Abfallkammern wie auch der Tunnels in der Paneele wurden aufgrund von Daten aus der Natur gestaltet und angeordnet.

Ein Schwerpunkt des Manatihauses liegt auch in der Botanik. Rund 50 Pflanzenarten sollen hier wachsen. Bekannte Nutzpflanzen wie z.B. Kautschuk, Kakao, Papaya und Ananas werden den Besuchern nicht nur die Heimat dieser Gewächse, sondern auch ihr tatsächliches Aussehen verdeutlichen. Weitere Pflanzen wie z.B. die Sauergrasgewächse werden als zusätzliche Nahrungsquelle für die Seekühe am Ufer angepflanzt. Andere Pflanzen wurden hauptsächlich ausgesucht, weil ihre Gestalt und Belaubung den Regenwald Charakter am besten vermittelt.

Eine kleine Auswahl der Bewohner


Manati - Elefanten der Meere


Die Seekühe (Sirenia) sind eine Ordnung pflanzenfressender Säugetiere mit heute noch vier lebenden Arten. Ihre nächsten Verwandten sind die Elefanten. Begründet wird dies durch eine Reihe von Merkmalen, darunter das Fehlen von Schweißdrüsen und die brustständigen Zitzen, die auf einen semi-aquatischen Vorfahren der frühesten Elefanten und Seekühe hinweisen.

Unsere Manatis:


Mara: Weibchen, geboren 1994 in Nürnberg
Zorro: Männchen, geboren 2003 in Odense DK
Herbert: Männchen, geboren 2009 in Nürnberg

Kakaopflanze - das Geld der Azteken


Die Bohnen der Kakaofrucht wurden von den Azteken in getrockneter Form auch als Zahlungsmittel verwendet, so wie wir heute mit Münzen und Geldscheinen bezahlen. 100 Bohnen waren ungefähr der Tageslohn eines Lastenträgers.

Außerdem bereiteten die Azteken aus den Bohnen einen herben Gewürztrank, der aber ganz anders schmeckte als unser süßer Kakao mit Milch.

Der Name Schokolade lehnt sich an das aztekische Wort Xocóatl an.

Blattschneiderameisen - die ersten Gärtner


Blattschneiderameisen essen die Blätter nicht, die sie zerschneiden, sondern zerkauen sie zu einer Art Brei. Dieser Brei bietet die Grundlage um einen Pilz zu züchten, von dem sie sich ernähren.

Fakten und Zahlen zum Manatihaus


Dimensionen


Breite: 22,5 m

Länge: 32,5 m

Höhe: 8,2 m (höchste Stelle), 4,5 m (tiefste Stelle)

Fläche: 700 m2 (davon Wasserfläche ca. 350 m2)

Kubatur gesamt: 7.000 m3

Klima


Temperatur: Wasser 23-25°C

Luft 25° bis 27°C

Luftfeuchtigkeit: ca. 80%

Beregnungswassertemperatur: 18° bis 20°C

Pflanzen und Tiere


Pflanzen und Bäume: ca. 50 Arten

Tiere: ca. 35 Arten

Architektur


Foliendach vierlagig

Die ersten Erkundungen im neuen Becken


TIERPATE WERDEN